Monthly Archives: April 2004

Redesign

Ich würde gerne die Fierfox-Website im neuen Tabellenlosen Design erstrahlen lassen, aber irgendwie komme ich mit den css nicht klar. Hier die Seite: http://firefox.stw.uni-duisburg.de/test/
Beim Mozilla läuft der Text auf der ersten Seite durch die untere Begrenzung, beim IE ist die Seite viel höher, als sie sein müsste. Wenn man einen Link (z.B. Windows) anklickt, zeigen beide Browser das selbe verhalten, nur ist die Seite beim IE viel höher als beim Mozilla, der die Seite auch höher anzeigt als nötig. Haben wir hier vielleicht einen CSS-Experten, der den Fehler sieht? Da sitze ich jetzt schon seit Stunden dran.

Wochenrückblick

Es ist erstaunlich, was alles in einer Woche passieren kann.
Zunächst das Wichtigste für mich: Nein, es ist nicht der Fernsehbeitrag, sondern meine Hausarbeit. Ja, die Hausarbeit, die ich vor drei Monaten begonnen habe und die Hausarbeit, die ich gestern abgeschlossen und abgegeben habe. Das Thema war: “Frauenlieder des 12. und 13. Jahrhunderts unter besonderer Beachtung Reinmar des Alten und seiner ‘Witwenklage’ “. Jeder Interessierte kann sich die vollständige, 15-seitige, von mir mühsam, nervenraubend, schweißtreibend und manchmal auch zu nächtlicher Stunde geschriebene Hausarbeit hier herunterladen. Wer übrigens kein OpenOffice hat, wird sich wohl eher für die PDF-Version erwärmen können. Das war ein richtig harter Brocken und ich bin froh, dass ich’s hinter mir hab. Ich bemühe mich übrigens immer, sehr klar und einfach zu schreiben, sodass niemand Mittelhochdeutsch können muss, um sich anhand der Arbeit ein Bild des Mittelalters zu machen.

Die Meisten wird aber wohl viel eher die Sendung am vergangenen Montag und die Auswirkung, die sie verursacht hat interessieren. Es wird wenig überraschen, dass ich im erste Moment schon ein wenig enttäuscht war, ob der Kürze des Beitrags. Von drei Stunden Interviewzeit hatte ich mir doch etwas mehr versprochen als die 55 Sekunden, die dann gezeigt wurden. Andererseits ist der Firefox unheimlich gut weggekommen und ist sogar Testsieger geworden, was uns auch den Ansturm auf die Server wohl überhaupt erst eingebracht hat. Ein paar Zahlen gefällig? Wir hatten am Tag darauf 124.000 Visits und 266.000 PageImpressions. Entsprechend lag der erzeugte Traffic bei fast 400 GigaByte für den besagten 20. April. Am darauffolgenden Tag kamen noch einmal 100 GB hinzu, sodass wir diesen Monat bisher etwas über 1,4 TeraByte oder 1400 GB an Traffic produziert haben. Damit dürfte uns die Pole-Position in der Uni-Hitliste wieder einmal sicher sein ;-)
Effektiv ist unsere Userzahl seit der Sendung wohl um etwas über 70% gestiegen. Wer sich die Zahlen noch genauer ansehen oder die Entwicklung über die letzen Monate anschauen möchte, schaut bitte hier

Aber genug der Zahlen, auch an anderer Stelle gibt es positives zu vermelden. Das Glossar, über das wir an dieser Stelle ja bereits gesprochen hatten, nimmt endlich konkrete Formen an. Ich möchte noch nicht zuviel verraten, weil noch wichtige Fragen geklärt werden müssen, aber ich hoffe, dass wir schon sehr bald mit der eigentlichen Arbeit anfangen können. Passenderweise besuche ich seit dieser Woche ein Seminar, dass mir bei der eventuell ebenfalls anstehenden Erarbeitung von Kriterien der Übersetzung sehr hilfreich sein könnte. Das Seminar – geleitet von Prof. Dr. phil. Ammon – trägt den Titel: „Sprachpurismus – unter besonderer Berücksichtigung der Anglizismen im heutigen Deutsch“

Noch ein Wort zu Frau Schöneberger: Ihr Gast, Oliver Pocher, ist der für mich nervigste Mensch, den ich je erlebt habe. So penetrant, gezwungen witzig und selbst das nur unter der Gürtellinie auf Kosten anderer. Hape Kerkeling, der Meister der Verkleidung und der versteckten Kamera, sagte einmal, dass er kein Interesse daran hätte, die Oma auf der Straße anzupöbeln, sondern lieber gestandene Medienprofis in ihrer eigenen Sendung reinlegen würde, wie er es auch regelmäßig ausgezeichnet hinkriegt. Von solchen Sachen hält Herr Pocher im Namen der Quote gar nichts. Dann muss halt die Omi, die eigentlich nur für ihren Einkauf die Wohnung verlassen hat und sonst nur ihre Ruhe will, von diesem in *äußerst* witziger Weise verarscht werden. Tolle Leistung! Barabara hat ihn dann aber recht schnell runtergeholt: „Ums mal zu sagen wie es wirklich ist: Die von Pro 7 haben gesagt, ladet mal den Pocher ein, der geht dermaßen mit den Quoten runter, wir müssen mal ein bisschen Crosspromotion machen“ Pochers Gesichtsausdruck darauf, war einfach genial ;) . Verblüffend auch, dass manche Gäste immer noch glauben, dass Sachen herausgeschnitten werden.

Geschafft

Ich glaube, ich darf stolz auf mich sein: Soeben habe ich die letzte von 60 Mails vom heutigen Tag abgearbeitet :-) Mehr zu den Ereignissen der letzten Tage gibt es dann morgen, schließlich hat das Semester wieder angefangen…

Firefox im TV

Stellt euch schon mal ein auf eine Neue-User-Welle ein: Der Firefox ist TV-Superstar ;-)
Bereits am letzten Dienstag hatte SAT 1 den Firefox in der Sendung Planetopia-Online vorgestellt. Danach hat es wohl soviel Feedback dazu gegeben, dass man sich entschlossen hat, eine Nachfolgesendung zu drehen. Dass man dafür ausgerechnet mit mir ein Interview machen wollte, hat mich wohl am meisten überrascht.

Nun gut, das Interview ist gelaufen und ich habe in drei Stunden wohl mehr Blödsinn gesabbelt als in den vergangenen 1.5 Jahren :-/ Ich habe noch nicht mal einen kleinen Ausschnitt daraus gesehen, weiß also auch nicht, wie das Interview aussehen wird, kann allerdings jetzt schon sagen, dass mich das in meinem Entschluss bestärkt hat, später nur hinter der Kamera zu arbeiten. Zum Fernseh-Team muss ich sagen, dass ich mir die nicht annähernd so locker und nett vorgestellt habe, wie sie sich dann herausgestellt haben. Erst kommt es einem ja komisch vor, wenn man in 30 Zentimeter Abstand zu einer riesigen Kamera ganz normal reden soll, aber der Journalist hat mich so elegant ins Gespräch verwickelt hat, dass ich die Kamera manchmal sogar vergessen habe. Im Übrigen stimmt es, was man sagt: Wenn man vor so einer Kamera steht, sagt man Dinge, die man so sonst nie gesagt hätte. ;-)

Deswegen möchte ich mich jetzt auch vorsorglich bei den betroffenen Leuten für den Blödsinn entschuldigen, den ich versehentlich und im Zuge der Aufregung gefaselt habe. Da ist zum einen Robert Kaiser, von dem ich zwar im Vorinterview erzählt, dann aber im richtigen Interview nicht einmal erwähnt habe. Das tut mir furchtbar Leid, Robert. Ich habe den größten Respekt gegenüber deiner Arbeit, die meine Arbeit schließlich erst möglich gemacht hat. Vielen Dank dafür. Dann möchte ich mich bei allen Mozilla und Open-Source-Usern entschuldigen. Ich musste auf niedrigstem Niveau die unterschiede zwischen Seamonkey, Firefox und IE erklären. Also habe ich gesagt, dass der IE die Benutzerfreundlichkeit über die Sicherheit stellt, der Mozilla keine Kompromisse bei der Sicherheit macht, aber schwer (vllt. habe ich sogar sehr schwer gesagt, sorry) zu bedienen ist und der Firefox verbindet das Beste aus beiden Welten. Er ist kinderleicht zu bedienen und (jetzt kommt’s): Wenn man den Firefox benutzt, muss man sich überhaupt keine Sorgen mehr wegen der Sicherheit machen. Zum Thema Open-Source: Das habe ich auf so niedrigem Niveau zu erkläre versucht, dass ich hoffe es wird nicht gesendet. Im Übrigen möchte ich die Sendung abwarten, um nicht versehentlich auszuplaudern, was für einen Blödsinn ich geredet habe, wenn es dann gar nicht gesendet wird ;)

Eine Sache finde ich noch Bemerkenswert: Als der Journalist den Stapel c’ts in meinem Zimmer gesehen hatte bemerkte er, dass ihm aufgefallen sei, dass insbesondere c’t-Leser, sehr sozial engagierte Menschen seien, die sich für solche Projekte wie das Firefox-Projekt einsetzen würden. Ich möchte nicht verschweigen, dass der Heise-Verlag mit der c’t wirklich ganz außergewöhnliche Arbeit leistet, die vielen anderen Menschen als Vorbild dient und auch motiviert, ebenso gewissenhaft zu arbeiten.
Noch ein Detail, dessen Ehre wohl eher dem Firefox als meinem bescheiden Redestil zuzurechnen ist: Nach einer Szene sagte, der Tontechniker es sei ihm zum ersten mal passiert, dass er so gespannt zugehört habe, dass er den Ton ganz vergessen habe. Ich nehme das als Zeichen, dass vielleicht doch das ein oder andere Interessante gesagt wurde, dass auch den Zuschauer erreichen und uns somit einige neue, hoffentlich zufriedene Anwender bescheren wird.

Nachtrag:Vielleicht interessiert es ja auch den ein oder anderen, wann der Beitrag ausgestahlt wird: Am Montag, den 19.4.2004 um 23.15 in der Sendung Planetopia Online in SAT 1.

Marzipan

Vor kurzem war ein Freund von mir für ein paar Tage in Madrid und hat mir ein wundervolles Präsent mitgebracht: Feinstes handgemachtes Marzipan, zubereitet von den Nonnen im Kloster von Toledo. Wir hatten das Kloster bei unserer Europareise im letzten Sommer eher zufällig entdeckt, waren aber dem Marzipan sofort erlegen. Es ist einfach unglaublich, wie gut das schmeckt! Vielen Dank J.!

Maripan-Schalten für Marzipan aus Toledo

Bugzilla kann sehr erheiternd sein ;-)

Brendan Eich zu Bug 68877, an dem seit drei Jahren gearbeitet wird:

Everyone stay cool — this bug will be fixed for 1.7 or my head will explode.

Übrigens: Brendan Eich -einer der wichtigsten Mozilla-Programmierer- ist der Erfinder von JavaScript. Vor seiner Zeit bei Netscape hat er Netzwek-Code und Betriebssysteme für SGI und den ersten GNU C-Compliler Port für MIPS R4K bei MicroUnity geschrieben. Da bekommt ein solcher Ausspruch natürlich eine ganz besondere Bedeutung ;-)

Fair oder nicht?

Schade, dass Heise diese Meldung so falsch verstanden hat. Es hört sich fast so an, als ob Mozilla bei den Linuxdistributoren betteln müsste, um in deren Distributionen zu landen und nicht der Bedeutungslosigkeit anheim zu fallen. So erklären sich dann auch die vielen abwertenden Kommentaren in deren Forum.

Vielen ist anscheinend gar nicht bewusst, was mozilla.org schon alles geleistet hat. Nur, um mal kurz zu rekapitulieren: Innerhalb von vier Jahren wurde eine komplette Suite von Grund auf neu geschrieben. Dieses Suite beinhaltet einen Mailclient, einen Newsreader, einen grundlegenden WYSIWYG-HTML-Editor, einen Chatclient und einen Browser. Dabei das wichtigste: Alles ist Crossplatform programmiert. Die gesamte Suite läuft unter 15(!) verschiedenen Betriebssystem und sieht überall gleich aus.

Es gibt keinen anderen Browser, der das leistet. Das ist ein riesiger Vorteil des Mozilla. Denn ein Betriebssystem ohne brauchbaren Browser ist heutzutage nur schwer zu vermitteln. Wie jeder Betriebssystemhersteller hat auch IBM das erkannt und bemerkt, dass es gar nicht so leicht ist, einen funktionierenden Browser zu entwickeln und bietet -genauso wie SGI das für ihr IRIX macht- eigens kompilierte Mozilla Version für ihre Betriebssysteme AIX und OS/2 an. Auch Hps HPUX und Suns Solaris wären ohne Mozilla ganz schön aufgeschmissen, ganz zu schweigen von den ganzen BSD-Derivaten. Das wissen auch Betriebssystemhersteller wie HP, IBM oder Sun. Deswegen stellen auch all diese Anbieter eigene Entwickler ab, die sich aktiv an der Mozilla-Entwicklung beteiligen.

Obwohl alleine schon ein Browser, der auf so vielen Plattformen läuft eine respektable Leistung darstellt, hat es mozilla.org mit XUL geschafft auch noch ein komplettes Crossplatform-Framework zu entwickeln. Wer sich ein Bild davon machen möchte, sollte einen Blick auf den Mozilla-Amazon-Browser werfen. Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass diese Anwendung in XUL geschrieben unter 15 Betriebssystemen läuft. Dieselbe Grundlage benutzen übrigens auch Programmierer, um die über 140 Erweiterungen für den Firefox anzubieten.

Das ist aber noch nicht alles (ich hör mich ja schon an wie ein QVC-Verkäufer ;-): So ganz nebenbei entstanden nämlich auch solche Produkte wie der MozillaTranslator oder Bugzilla, welches heute von Regierungsorganisationen genauso genutzt wird wie von IBM vom MIT oder SuSE.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass mozilla.org gerade sehr große Umbrüche erlebt. Innerhalb eines Jahres wurden mit Firefox und Thunderbird zwei neue Projekte gestartet, mit AOL der größte Unterstützer und mit Netscape der größte Vertreiber verloren. Als Folge wurde ein großer Teil der Mozilla-Entwickler arbeitslos oder musste sich anderen Projekten zuwenden und die Reorganisation der Stiftung hat natürlich viel Zeit verschlungen.

Meiner Meinung nach sieht die Zukunft für mozilla.org alles andere als schlecht aus und das große Interesse an den neuen Produkten Firefox/Thunderbird zeigt: Es zahlt sich endlich aus, was über Jahre an Grundlagenarbeit für den Mozilla geleistet wurde.Mit Longhorn erwartet Mozilla.org eine große Herausforderung, aber es bleiben noch mindesten zwei Jahre, um sich darauf vorzubereiten, zwei Jahre, um den technologischen Vorsprung auszubauen und die Nutzerzahlen zu steigern.

Innerhalb von zwei Jahren kann im Internet sehr viel passieren. Es sieht so aus, als ob Mozila.org davon profitieren könnte. Spätestens mit Longhorn kommt die Entscheidung. Spätestens dann werden wir wissen, ob die Zeit sinnvol genutzt wurde. Ich bin zuversichtlich.

Frau Schöneberger

Frau Schöneberger war wieder einmal in ihrem Element! Nachdem sie letzte Woche -als erste- endlich mal diese unsäglich Crosspromotion in Radio/TV angesprochen hat und der arme Tim Sander dafür herhalten musste, fühlte ich mich in der heutigen Sendung mit Christian Tramitz wieder in die gute ™ alte Zeit versetzt. Mein Lieblings-Komödiant -von dem viele gar nicht wissen, dass er Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften studiert hat- und meine Lieblings-Soziologin in einer Sendung. Was will man mehr?! Einziger Wehrmutstropfen: Nächte Woche fällt aus, wegen Ostern ;-(