Monthly Archives: May 2004

Spam as spam can

An den Spam im Briefkasten hab ich mich schon längst gewöhnt (vor allem, weil er sich in Grenzen hält). An Spam im E-Mail-Postfach ebenfalls. Genauso wie ich mich an SMS-Spam gewöhnt habe und seit neustem auch an Blog-Spam, der sich immer häufiger in Kommentaren zu alten Blog-Einträgen findet. Aber den absolut unverschämtesten, niederträchtigsten, dümmsten und frustrierendsten Spam habe ich heute kennen gelernt.

Ich gehe oft erst sehr spät schlafen, meist wie gestern gegen 3:00 Uhr. Klar, dass ich dann nicht vor 9:00 Uhr aufwache, vor allem nicht an einem Feiertag. Heute bin ich früher aufgewacht -um 8:30 Uhr; geweckt vom lauten Schrillen meines Telefons. Da mich normalerweise niemand so früh anruft, gehe ich davon aus, dass es ‘was wichtiges sein muss, haste aus dem Bett, stoße mich an der Kante und erreiche mit schmerzendem Bein das Telefon. Ich nehme ab und möchte mich mit meinem Namen melden, aber bevor ich überhaupt soweit komme, höre ich schon eine aufgesetzte Männerstimme:

“Hallo *Blabla*, Sie haben an unserem Gewinnspiel teilgenommen und erhalten jetzt die Chance *Blaba*. Wenn Sie mitspielen möchten drücken Sie die 1″.

Erst jetzt fällt mir ein, das “Gespräch” mit dem Bandcomputer zu beenden, weil ich zunächst noch geschockt bin, dass der automatische Spam es tatsächlich bis ins Telefon geschafft hat und jetzt schon meinen Schlafrhythmus bestimmt. In dem Moment überfällt mich auch so eine Wut, dass ich dem, für den Spam verantwortlichen, am liebsten Dinge antun würde, die ich hier aus pietätischen Gründen nicht wiederholen möchte. Zu allem Überfluss träume ich – nachdem ich völlig frustriert wieder ins Bett krieche – auch noch von dem Spam. Schlechter kann ein Tag ja nun wirklich nicht anfangen. Und in der Tat: Den Rest des Tages verbringe ich damit, die Tapeten in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern rauszureißen, um neue anzubringen. Das alles, während draußen die Sonne scheint und ich eigentlich frei habe ;-(

Wenigstens kann’s morgen nicht mehr schlimmer kommen. (Murphy muss ja nicht immer Recht haben ;-)

Heute beim Arzt

Heute war ich nach sehr langer Zeit wieder einmal beim Arzt. Für Gewöhnlich werde ich erstaunlich selten krank und dann auch meist nur ein bis zwei Tage. Diesmal war’s anders. Samstag fing es nur mit einem Kratzen im Hals an, dass ich zunächst auf den raucherfüllten Raum einer kleinen Feier zurückführte. Als es dann am Sonntag immer noch anhielt war klar, dass ich mir eine Grippe eingefangen hatte. Eigentlich keine große Sache, mit einem Glaß warmer Honig-Milch bin ich am nächsten Tag meist wieder fit. Beim Aufwachen heute konnte ich aber stattdessen kaum noch schlucken. Arztbesuch war also Pflicht. Dort kamen dann auch die Kopfscherzen hinzu. Die zwei Stunden Wartezeit bin ich bei meinem Arzt ja gewohnt, die Praxisgebühr von 10,- € aber bisher nicht. :-( Zumindest hab ich dafür auch eine Ultraschalluntersuchung von Niere und Leber bekommen (auch wenn ich nicht weiß, wozu das bei einer Grippe gut sein soll). Später gab’s dann das Rezept für die Apotheke, wo dann das Husten richtig einsetzte. 11.21 € sollte ich zuzahlen für ein Grippemittel, dass nicht einmal zwei volle Tage reicht!

Wenn der Top-Manager das gleiche zahlen muss wie der Bafög-Empfänger, verschließt sich mir völlig, was an dieser Gesundheitsreform in irgend einer Form sozial sein soll. Für einen Vollverdiener mag das lächerlich sein, aber für einen Studenten bedeuten 21.21 € zwei Wochen satt-werden in der Mensa.
Tja, was bleibt einem da anderes übrig, als nicht mehr krank zu werden?! Jedenfalls muss ich in nächster Zeit wohl etwas kürzer treten. Scheint als ob sechs Stunden Schlaf doch nicht ganz ausreichen.
Eigentlich könnte ich mich noch‚ ne ganze Weile über das Thema aufregen, aber mir brummt so der Schädel, dass ich jetzt ins Bett gehe und hoffe schlafen zu können. Das Mittel hatte bisher übrigens natürlich überhaupt keine Wirkung.

Journalisten/Redakteure

Ich bekomme (gerade in letzter Zeit) häufig E-Mails von Redakteuren, die den Firefox gerne auf CD pressen würden und deswegen bei mir um Erlaubnis fragen. Daran habe ich mich gewöhnt und die Faxkosten halten sich zum Glück in Grenzen. Was mich aber immer wieder verwundert ist, dass ich Verträge unterschreiben soll, in denen ich versichern muss, dass ich alle Rechte an dem Programm besitze. Bisher hatte ich ja immer angenommen, dass die Erlaubnis nur pro Forma verlangt wird, aber wenn mir solche Verträge zugeschickt werden, muss ich doch davon ausgehen, dass den Redakteuren überhaupt nicht bewusst ist, was freie Software ist. Anscheinend lesen selbst Journalisten nicht die Lizenzvereinbarungen der Software und wissen deshalb auch nicht, welchen Bestimmungen sie da eigentlich zustimmen. Schade eigentlich. So bemerken sie gar nicht, dass sie die Software nicht nur nutzen dürfen, sondern dass sie sie sogar an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen (z.B. Startseite auf die Verlagsseite legen) und dann auch noch kopieren und weitergeben dürfen. Und das alles, ohne irgendjemanden um Erlaubnis zu fragen, ohne ihm überhaupt deswegen Bescheid sagen zu müssen.

Leider entgeht diesen Redakteuren auch, dass über die Jahre eine Bewegung entstanden ist, die mit der traditionellen Art der Softwareentwicklung nichts mehr zu tun hat. Deswegen muss ich in den Fragebögen auch immer noch ankreuzen, dass der Firefox Freeware ist, wohlwissend, dass Freeware mitnichten freie Software ist. Obwohl also das Potential dieser neuen Art jeden Tag in Tausenden von Projekten aufs neue bewiesen wird, ist die Botschaft offensichtlich noch nicht einmal bei den Multiplikatoren der Gesellschaft angekommen. Überall liest man, wie toll der Firefox ist, aber kaum einer schreibt, dass die Software von Hunderten Entwicklern weltweit programmiert und von Tausenden anderer Freiwilliger gestestet wird, dass diese sich dem freien Zugang zu Informationen (zum Internet) verpflichtet fühlen, dass diese ohne jeglichen kommerziellen Druck und ohne kommerzielle Absichten die Grundlage für unsere Informationsgesellschaft schaffen. Was zählt ist offensichtlich immer noch nur das Produkt und nicht wie oder warum es hergestellt wird. Dabei wäre gerade diese Frage die entscheidende, die wichtige.
Es scheint als ob noch ein langer Weg vor den Repräsentanten dieser neuen Technik liegt, der steiniger ist als zumindest ich angenommen hatte. Allerdings vergeht gerade in unserer Branche die Zeit sehr schnell und was heute noch unbekannt ist, kann morgen bereits den Ton angeben und die Richtung weisen (siehe Google). Ich jedenfalls blicke immer noch optimistisch in die Zukunft und harre gespannt der Dinge, die da noch kommen mögen.

Ein Nachtrag aus gegebenem Anlass:
Es geht mir nicht um den offenen Quellcode, sondern um die Philosophie, die hinter freier Software steckt. Sie unterscheidet sich radikal von der bisherigen Art Programme zu entwickeln. Gerade bei einem Browser ist die Kraft, die hinter der Programmierung steht von enormer Bedeutung. Der Browser bestimmt wie wir eines der wichtigsten Medien unserer Zeit (und das wichtigste in Zukunft) sehen und auch was wir davon sehen. Dieses Programm ist das Fenster zu einer globalen Plattform. Als klar denkender Mensch kann ich diese enorme Macht nicht einem Konzern in die Hände geben, der längst supranational und unabhängig von einzelnen Staaten agiert. Dies ist die Motivation vieler Entwickler von freier Software und gerade bei unserem Projekt ist das der stärkste Antrieb. Die Menschen sind nicht samt und sonders blöde. Hier geht’s nicht um offenen Quelltext, sondern um das wichtigste: Die Freiheit. Es geht um freien Zugang zu Informationen, ein entscheidendes Gut unserer Zeit.

Änderungen an der Website

Bereits seit einiger Zeit versuche ich die Website ein wenig zu aktualisieren und jetzt, da der Bekanntheitsgrad doch zugenommen hat, war ein kleines Update wieder notwenig.
Zunächst habe ich unter “Downloads” den Menüpunkt Solaris entfernt, da ich bereits seit einem Jahr nichts mehr von dem Verantwortlichen gehört hab und nicht mehr annehme, das da noch eine Übersetzung erfolgt. Dann habe ich – wie im letzten Eintrag erwähnt – die Seite technisch überholt. Leider war ein kompletter Verzicht auf Tabellen nicht möglich, aber das ist fürs nächste Update fest eingeplant. Ein wichtiger Punkt war, dass ich auf unnötiges JavaScript verzichten wollte und deswegen die Pop-Up-Fenster, in denen das Impressum und die „Über mich“ Seite bisher erschienen sind, entfernt habe. Dabei haben auch rechtliche Bedenken eine Rolle gespielt, da ein Impressum, das nur per JavaScript zu erreichen ist, eventuell als nicht existent eingestuft werden könnte. Zudem wollte ich das Impressum an einer prominenteren Stelle positionieren, um auch in dieser Hinsicht abgesichert zu sein. Weil dadurch der „Über mich“-Link ziemlich einsam rumgestanden hätte, ist der jetzt auch im Menü auf der linken Seite integriert. Den Platz in der Fußleiste nimmt nun eine weitere Neuerung ein: Ab sofort steht meine Website unter eine Creative Commons Lizenz. Der Link verweist zwar noch auf eine englische Seite, aber das wird sich hoffentlich bis zum Sommer ändern, wenn die deutsche Version fertig gestellt wird.

Übrigens: Dass ausgerechnet heute auch die Weiterleitung ausgefallen ist, war ein Zufall und nicht von mir verursacht. Vielmehr hatte Bülent, der Eigner der Domain Firefox-Browser.de, die Kernelversion des Server aktualisiert, der für die Weiterleitung zuständig ist und dann vergessen den virtuellen Server wieder aufzusetzen. Er ist auch nur ein Mensch und so was kann passieren. Was allerdings nicht passieren sollte, ist, dass er deswegen in E-Mails als Domain-Grabber, Schurke und Arschloch beschimpft wird. Wer ihm das in geistiger Umnachtung an den Kopf geworfen hat, möge sich bitte umgehend beim ihm deswegen entschuldigen. Dass die Nicht-Umleitung keine Absicht war, sollte jedem klar geworden sein, der versucht hat, auf einen Link der angezeigten Seite zu klicken. Das funktionierte nämlich gar nicht und auf Kundenfang kann man so ganz sicher nicht gehen.