Nein, es geht um keine Verschwörungstheorie, sondern um das inzwischen fsat schon traditionelle Posting zu meinem Geburtstag. Für Gewöhnlich versuche ich diesen Tag zu nutzen, um über mein Leben im allgemeinen und das letzte Jahr im speziellen nachzudenken. Ich schreibe das hier mehr für mich, da ich so auch mal schauen kann, wie ich die Welt im letzten Jahr gesehen und was ich erwartet habe.
Wie auch in den vergangenen Jahren fühlt es sich gut an, sich bewusst zu machen, wie ausgesprochen privilegiert man eigentlich ist und wie unglaublich gut es einem geht, verglichen mit dem allergrößten Teil der Weltbevölkerung – auch wenn ich wie die meisten Studenten unter der Armutsgrenze lebe. Das letzte Jahr war für mich in der Tat noch besser als das vorherige:
Seit einem Jahr arbeite ich jetzt an der Uni, und zwar nicht irgendwo, sondern bei dem Soziolinguisten in Deutschland. Und wenn ich Glück habe, wird das auch noch eine Weile so bleiben.
Bereits Anfang letzten Jahres hatte ich die Gelegenheit, Firefox im TV zu vertreten und auch sonst kann der Browser sich nicht über mangelnde Presse beklagen. Ich habe mal darauf geachtet: In jedem Monat seit Version 1.0 war er Titelthema für mindestens eine Computerzeitrschrift. Das Interesse an ihm scheint auf jeden Fall noch ungebrochen zu sein. Allerdings ist Firefox auch ein sehr dankbares Thema für die Redaktionen: Bei fast 1000 Erweiterungen gibt es immer genug zu berichten.
Das bringt mich auch gleich zum nächsten Thema: Unser Firefox-Buch. Ich hatte ja schon im letzten Jahr geschrieben, dass Firefox für mich schon Teil meines Alltags geworden ist, aber nie hätte ich damals geahnt, dass der Browser mich auch zu meinem ersten Buch führen würde. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich bereits mit 22 Jahren sehen konnte, wie so etwas abläuft. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass der Abschluss des Buches ein Wendepunkt in meinem Leben war, auch wenn das gerade erst ein paar Wochen her ist.
Was ich vom nächsten Jahr erwarte:
Zum ersten März werde ich endlich in eine eigene Wohnung ziehen. Das Studentenwohnheim ist auf Dauer einfach nicht zu ertragen und da ich der letzte von der alten Garde auf unserem Flur war, fällt mir das auch nicht allzu schwer. Ich freue mich schon auf das eigene Bad und eine Küche, bei der man keine Angst haben muss, dass sie gleich lebendig wird. Ich freue mich auf einen Kühlschrank statt des 30x30cm-Faches und auf Nachbarn, die weder vor noch nach 2.30 Uhr in der Nacht der Meinung sind, dass das gesamte Haus sich an ihrer Musik erfreuen muss. Außerdem bin ich schon gespannt auf den Gasofen in der neuen Wohnung. Ich wage mal an dieser Stelle die Behauptung aufzustellen, dass ich nächstes Jahr mein Essen selbst kochen kann – in welcher Form auch immer. Schlimmer kann’s eh nicht werden
Ich werde eventuell für einige Zeit für ein Praktikum ins Ausland gehen, vielleicht zum Sommer hin, aber bei meinem Namen muss ich ja inzwischen aufpassen. Wer weiß, mit wem ich verwechselt werden könnte.
Das Jahr verspricht auf jeden Fall interessant zu werden und ich bin schon sehr gespannt. Mal sehen, wie die Situation nächstes Jahr aussehen wird.