Monthly Archives: January 2006

Musicstore

Eigentlich hatte ich vor, hier eine flammende Rede für einen Online-Musicstore zu halten, weil er[Gründe geschrieben, aber aus Angst vor Abmahnung wieder gestrichen, siehe SWR3], aber leider würde ich mit einem hohen vierstelligen Betrag abgemaht werden, wenn ich ihn verlinke oder auch nur positiv darüber berichte. Wer hätte je gedacht, dass Abmahnungen mal dazu genutzt werden würden, die Presse- und Meinungsfreiheit so stark einzuschränken. Armes Deutschland :-(

Jedenfalls hat ein gewisser jemand in zwei Tagen schon mehr Geld bei diesem DRM-freien Musicstore gelassen als in drei Monaten im iTunes-Musicstore und dabei ein mehrfaches an Gegenwert erhalten ;-)

23!

Nein, es geht um keine Verschwörungstheorie, sondern um das inzwischen fsat schon traditionelle Posting zu meinem Geburtstag. Für Gewöhnlich versuche ich diesen Tag zu nutzen, um über mein Leben im allgemeinen und das letzte Jahr im speziellen nachzudenken. Ich schreibe das hier mehr für mich, da ich so auch mal schauen kann, wie ich die Welt im letzten Jahr gesehen und was ich erwartet habe.

Wie auch in den vergangenen Jahren fühlt es sich gut an, sich bewusst zu machen, wie ausgesprochen privilegiert man eigentlich ist und wie unglaublich gut es einem geht, verglichen mit dem allergrößten Teil der Weltbevölkerung – auch wenn ich wie die meisten Studenten unter der Armutsgrenze lebe. Das letzte Jahr war für mich in der Tat noch besser als das vorherige:

Seit einem Jahr arbeite ich jetzt an der Uni, und zwar nicht irgendwo, sondern bei dem Soziolinguisten in Deutschland. Und wenn ich Glück habe, wird das auch noch eine Weile so bleiben.

Bereits Anfang letzten Jahres hatte ich die Gelegenheit, Firefox im TV zu vertreten und auch sonst kann der Browser sich nicht über mangelnde Presse beklagen. Ich habe mal darauf geachtet: In jedem Monat seit Version 1.0 war er Titelthema für mindestens eine Computerzeitrschrift. Das Interesse an ihm scheint auf jeden Fall noch ungebrochen zu sein. Allerdings ist Firefox auch ein sehr dankbares Thema für die Redaktionen: Bei fast 1000 Erweiterungen gibt es immer genug zu berichten.

Das bringt mich auch gleich zum nächsten Thema: Unser Firefox-Buch. Ich hatte ja schon im letzten Jahr geschrieben, dass Firefox für mich schon Teil meines Alltags geworden ist, aber nie hätte ich damals geahnt, dass der Browser mich auch zu meinem ersten Buch führen würde. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich bereits mit 22 Jahren sehen konnte, wie so etwas abläuft. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass der Abschluss des Buches ein Wendepunkt in meinem Leben war, auch wenn das gerade erst ein paar Wochen her ist.

Was ich vom nächsten Jahr erwarte:

Zum ersten März werde ich endlich in eine eigene Wohnung ziehen. Das Studentenwohnheim ist auf Dauer einfach nicht zu ertragen und da ich der letzte von der alten Garde auf unserem Flur war, fällt mir das auch nicht allzu schwer. Ich freue mich schon auf das eigene Bad und eine Küche, bei der man keine Angst haben muss, dass sie gleich lebendig wird. Ich freue mich auf einen Kühlschrank statt des 30x30cm-Faches und auf Nachbarn, die weder vor noch nach 2.30 Uhr in der Nacht der Meinung sind, dass das gesamte Haus sich an ihrer Musik erfreuen muss. Außerdem bin ich schon gespannt auf den Gasofen in der neuen Wohnung. Ich wage mal an dieser Stelle die Behauptung aufzustellen, dass ich nächstes Jahr mein Essen selbst kochen kann – in welcher Form auch immer. Schlimmer kann’s eh nicht werden ;)

Ich werde eventuell für einige Zeit für ein Praktikum ins Ausland gehen, vielleicht zum Sommer hin, aber bei meinem Namen muss ich ja inzwischen aufpassen. Wer weiß, mit wem ich verwechselt werden könnte.

Das Jahr verspricht auf jeden Fall interessant zu werden und ich bin schon sehr gespannt. Mal sehen, wie die Situation nächstes Jahr aussehen wird.

Duden

Wenn ich ein Pedant wäre, müsste ich jetzt glücklich sein. Ersteres bin ich zwar (hoffentlich) nicht, zweiteres aber schon ein bisschen: Ich hab meinen ersten Fehler im Duden Universalwörterbuch gefunden. Die Ehre von Dr. Werner Scholze-Stubenrecht persönlich angeschrieben zu werden wiegt natürlich viel stärker als die Möglichkeit, in Zukunft darauf verweisen zu düfen, wenn jemand meint, mich mit den Duden erschlagen zu müssen, schön ist’s aber trotzdem ;)

Wer eine mehr oder weniger aktuelle Ausgabe hat, kann den Fehler ja mal selbst nachvollziehen … okay, ein wenig genauer: Schaut euch mal den Eintrag “Umbauarbeiten” an.

Online-Services

So langsam kommt es.
Erst ist es München:

Wie werden die Fachanwendungen migriert?

Im Zuge unserer weichen Migration wollen wir die üblichen Abschreibungszeiträume ausnutzen und setzen v.a. auf webbasierte Entwicklungen. Daneben sehen wir native Linux-Anwendugen, sowie Emulationen mittels Wine/Crossover bzw. Terminalserverdiensten für einzelne Anwendungen vor.

Dann die französische Gendarmerie (immerhin 70.000 Rechner):

When the Gendarmerie will deliver application on-line to homeland security organisations and, in the future, to citizens, it will not request the users to use any particular platform or piece of software from specific vendors. Using Firefox or any other Web-standards-compliant browser will be requested, independently of the platform (…)

Das Jahr 2006 wird für die Möbel-Anbierer rund um Redmond sicher ein lohnendes ;)