Monthly Archives: March 2006

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Eigentlich wollte ich Ende Februar zur FOSDEM, dann kam aber doch alles ganz anders. Eine Woche vor meinem Umzug, hatte ich einen Nachsendeauftrag gestellt, den Telefon-Anschluss für einen unverschämten Preis zum letzten Tag des Monats umziehen lassen und den Umzug an sich für den Rosenmontag geplant. Das Wochenende vor dem Umzug wollte ich an der FOSDEM teilnehmen, um beim geplanten Localizers-Meeting unsere Probleme mit der Mozilla Foundation/Corporation zu besprechen. Inbox: 17 Mails.

Leider wurde mir Freitag Nacht klar, dass ich den Umzug nicht an einem Tag schaffen würde, also Fahrkarten stornieren, Hotel zurückbuchen und E-Mail an Martin Creutziger, damit wenigstens einer die deutsche Community vertritt. Am Wochenende: Umzug auf Raten und nebenher noch Möbelkauf. Rosenmontag war mein letzter Tag mit Internetanschluss. Für mein zimmer hatte ich 320 € Kaution hinterlegt, obwohl ich größtenteils das Zimmer neu gestrichen habe, wird ein Teil einbehalten, und für die Reinigung beibehalten, weil mein Nachbar, mit dem ich das Bad teile, ein * ist und mein Vormieter den Teppich mit Wachs völlig ruiniert hat, was ich aber erst zu spät mitbekommen habe, um es noch dem Hausmeister zu melden. Hinzu kommt: Die Kaution wird aus Buchungstechnischen Gründen frühestens 60 Tage nach dem Auszug zurückgezahlt: Frust. Gerne hätte ich meiner neuen Vermieterin gesagt, dass ich die Kaution aus Buchungstechnischen Gründen erst in 60 Tagen zahlen werde, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das auf wenig Akzeptanz stoßen würde, naja mit Studenten kann man’s ja machen (von französischen mal abgesehen).

Einzug in die neue Wohnung: Es ist kalt, sehr kalt, obwohl alle Heizungen im Haus mit voller Leistung arbeiten (Die Stadtwerke wird’s freuen). Das Telefon ist tot, obwohl ich extra bei der Telekom geblieben bin, um keine Schwierigkeiten beim Umzug zu erleben. An dieser Stelle glaube ich noch, dass das in ein bis zwei Tagen erledigt sein wird und entschließe mich direkt in den T-Punkt zu gehen. Dort ist man schon leicht angesäuert, dass ich den Umzugsauftrag übers Internet gestellt habe: „Ne, dat klappt sowieso nie mit dem Internet, ne“ (Hat die Telekom nicht gerade verkündet, Personal „freistellen“ zu wollen?). Jedenfalls stellt sich heraus, dass der Auftrag nicht durchgeführt wurde, weil ein Resale-Auftrag ansteht: „Sie möchten mir Ihrem Anschluss zu einem anderen Anbieter wechseln, mit DSL und so.“ – „Nein, möchte ich nicht! Ich meine: schon, aber noch nicht jetzt“ – „Aber so steht’s hier doch, zum 1.4.2006. So lange ein Resale-Auftrag läuft, können wir den Anschluss nicht umziehen“. Da fällt mir erst wieder der Brief ein, den ich vorige Woche von Freenet erhalten hatte. Ein Spaßvogel hatte sich anscheinend meine Daten aus dem Ipressum der Website (oder dem Telefonbuch) besorgt und unter meinem Namen bei Freenet einen DSL-Anschluss beauftragt. Ich hatte mich zunächst ziemlich geärgert, dann wurde mir aber klar, dass Freenet nie eine Unterschrift oder eine andere Willenserklärung von mir erhalten hatte und ich wollte es darauf ankommen lassen, vor allem, da ich bald sowieso nicht mehr in der alten Wohnung sein würde. So hatte sich das gerecht. Freenet saß praktisch auf der Leitung und rückte sie nicht raus, um den Umzug durchzuführen. Dass ein Anruf nichts bringt, wissen wir zwar alle , versucht hab ich’s natürlich trotzdem. Die übliche Leier: „Kündigung nur schriftlich, wir brauchen ja Ihre Unterschrift“ – „Na, zum Abschluss des Vertrags haben Sie die aber ganz offensichtlich nicht gebraucht!“ – „Das ist etwas anderes, da wird die Kontonummer als Unterschrift akzeptiert.“ – „Aber die war falsch! Genauso wie das Geburtsdatum, der Institutsname und die Anschrift.“ – „Tut mir leid, aber es geht trotzdem nur schriftlich“. Wenn ich nicht wüsste, dass das Gespräch garantiert aufgezeichnet wird, hätte ich sicher ein paar ziemlich unfeine Ausdrücke benutzt, um meine Wut zumindest sinnvoll zu kanalisieren. Was lernen wir daraus? Wenn Ihr jemanden nicht leiden könnt und ihm mal so richtig viel Arbeit machen wollt, ruft einfach bei Freenet an und verpasst ihm einen DSL-Anschluss! Telefonnummer und Name reicht, dauert nur wenige Minuten und verursacht richtig Arbeit, und wenn ihr besonders fies seid, wartet ihr, bis das Opfer gerade umziehen möchte, dann macht das ganze nämlich doppelt so viel Spaß. Vielen Dank, lieber Unbekannter!

Ich bin mir sicher, dass Freenet absolut ungesetzlich handelt und hätte ich eine Rechtsschutzversicherung gehabt, wären die ganz sicher nicht so einfach davon gekommen. Da ich aber nicht monatelang auf einen Telefonanschluss verzichten konnte, musste ich den Auftrag (den ich nie gestellt hatte) stornieren und warten, bis sie die Leitung freigegeben hatte (nach einem Gespräch mit der Hotline, das ich bezahlen durfte). Drei Tage nach meinem Umzug hatte ich so endlich wieder Telefon, an Internet war noch nicht zu denken. Ein Anschluss bei Arcor zu bekommenn, dauert mindestens vier Wochen, aber wer kann schon so lange auf Internet verzichten, zumal wenn er beruflich davon abhängt? Also musste es ein Telekom-Tarif sein, das heißt: wieder ein Besuch beim T-Punkt, mein vierter diese Woche. Ich brauche einen Anschluss, den ich innerhalb eines Monats wieder kündigen kann und bekomme einen Business-Anschluss empfohlen, der zwar nur 2 GB bietet und 30 € kostet, dafür aber innerhalb von sechs Tagen gekündigt werden kann und nicht wie die Privatkundentarife erst nach drei Monaten. Was mir der „überaus freundliche und kompetente“ Mitarbeiter nicht verrät: Die Anschlussgebühr beträgt unverschämte 99€. Für welche Leistung denn?! Jedenfalls bekomme ich die Geräte und die Bestätigung nur wenige Tage später, ja man kümmert sich um Geschäftskunden. Leider funktioniert der Anschluss nicht und so idiotensicher, wie die Modem/Router-Kombination daher kommt, ist eine Falschbedienung fast ausgeschlossen. Also, warten, ein Tag: nichts, zwei Tage: nichts, dritter Tag: immer noch nichts, jetzt reichts. Anruf bei der Telekom: Es stellt sich heraus, dass der Technicker den Anschluss als erfolgreich bestätigt hat, obwohl die Leitung gar nicht geschaltet ist. Der Service kommt aber erst einen Tag später. Und dann auch das noch: nachdem der Techniker die Leitung geschaltet hat, funktionierts immer noch nicht, das Lämpchen „DSL“ am Modem leuchtet einfach nicht. Also wird ein Techniker geschickt, der sich auch prompt verfährt (in der Innennstadt wohlgemerkt). Als er ankommt, schaltet er das Modem aus, wieder ein und das DSL-Lämpchen leuchtet. Ein Bild, das meinen Gesichtausdruck annähernd wiedergibt, findet sich in Munchs Werk. Inzwischen sind seit meinem Umzug zehn Tage vergangen. Inbox: 87 unbeantwortete Mails.
Übrigens: Der WLAN-Router der T-Com wird immer noch mit leerem Passwort und ohne Verschlüsselung ausgeliefert.

Wer Umziehen möchte, sei hiermit gewarnt: Das war nur der Telefon-/Internetanschluss, die schlaflosen Nächte wegen der kaputten Heizungspumpe, die nachtaktiven Nachbarn und die eisige Dusche habe ich ja noch gar nicht erwähnt, ganz zu schweigen von den fehlgeleiteten Heimwerkversuchen meiner Vormieterin, die wohl vor allem im massakrieren der Wände bestanden haben müssen (jemand hätte ihr von der Erfindung des Dübels erzählen sollen). Wie dem auch sei: Inzwischen bin ich auch geistig in der neuen Wohnung angekommen und wenn ich den schlimmsten Müll aufgeräumt und endgültig alles eingeräumt habe, wird es sogar ein paar vorher-nachher-Bilder geben, aufgenommen mit dem neuen Softscreen-Vorsatz für meine D50. Es gibt halt immer noch auch die schönen Dinge im Leben. Wer also seit Wochen auf die Beanwortung seiner Mails wartet, den bitte ich um Entschuldigung, es kann sich nur noch um Tage handeln.

Inbox: 41 unbeantwortete Mails

Re

Kaum zu glauben, erst seit heute habe ich wieder einen Internetanschluss! Über eine Woche musste ich darauf verzichten, trotz Umzugsauftrag, danke liebe Telekom, pardon, T-Com. Was ich von Freenet halte, was die damit zu tun hatten und warum ich den Laden am liebsten verklagen würde, wird im nächsten Blogeintrag geklärt.