Monthly Archives: May 2006

Ernährung

Ich versuche momentan meine Ernährung umzustellen. Wenn man täglich 14 Stunden und mehr sitzend und größtenteils am Bildschirm verbringt, sollte man sich natürlich generell Gedanken um die Gesundheit machen, wie auch einem Freund kürzlich leider schmerzhaft bewusst geworden ist, aber mir geht es momentan vor allem darum, in nächster Zeit etwa vier Kilo abzunehmen, was mich auf ziemlich genau 72 Kilo bringen würde. Das hat primär etwas mit meinen Hosen zu tun, die nicht für 76 Kilo ausgelegt scheinen. Da meine angespannte Haushaltslage keinen Neukauf sämtlicher Hosen hergibt, muss sich wieder einmal der Mensch der (Hosen-)Technik anpassen.

Ich werde dieses Blog als öffentliches Druckmittel für mich selbst benutzen, indem ich regelmäßig über meine Fortschritte berichte. Sollte ich es in zwei Monaten nicht geschafft haben, auf 72 Kilo zu kommen, dürfte das Blamage genug sein.

Momentan bin ich also bei 76,0 Kilo. Mein Programm sieht so aus, dass ich zwar immer noch das selbe esse wie bisher, davon aber einfach weniger. Allerdings habe ich den Schokoladenkonsum fast komplett zurück gefahren, was definitiv am ehesten schmerzt. Abgesehen davon versuche ich möglichst Abends nichts mehr zu essen. Wo auch schon die Probleme anfangen. Klar benutzt man als erstes das Internet, wenn man sich entschieden hat, abzunehmen, aber das pöhse Internet ist kein Stückchen besser als das Angebot auf totem Holz. Da behauptet Dr. Walser (offenbar aus Zürich), der Spruch “Am Morgen sollst du wie ein Kaiser essen, zu Mittag wie ein König, abends wie ein Bettler” wäre absolut korrekt: “Weniger was, sondern wann gegessen wird, ist entscheidend.”, aber schon einen Google-Treffer weiter liest man, dass es alleine darauf ankommt, “wie viele Kalorien man täglich insgesamt zu sich nimmt.” Ja, bitte, wer lügt denn hier? Der Spruch mit den Anwälten scheint auch hier zuzutreffen. Frag fünf und du erhältst zehn Antworten, danke das kann ich selbst und die Ergebnisse gibt’s in den nächsten Wochen hier. Abgerechnet wird in zwei Monaten.

PS: Ja, ich hab’s tatsächlich geschafft, darüber zu schreiben und das Wort “Diät” trotzdem nicht einmal zu verwenden.

WW I

Die Zeit um den ersten Weltkrieg (1914-1918) kommt mir so weit weg vor, dass es im Grunde auch 200 oder 300 Jahre her sein könnte. Es stimmt: Schwarz-Weiß-Fotos sind zeitlos, aber Farbfotos geben einem das Gefühl von zeitlicher Nähe. Zumindest hatten die Fotos unter http://www.worldwaronecolorphotos.com/ eine andere Wirkung auf mich als die meisten anderen Bilder, die ich von der Zeit kenne. Obwohl ich wusste, dass die Farbfotografie schon viel früher angefangen hat, kommt es mir total unwirlklich vor, diese Zeit, diese Welt tatsächlich mal in Farbe zu sehen.

Verkauft

So sieht das also aus, wenn ich als EU-Bürger dafür bezahle, um mich belügen zu lassen. Das selbe Gefühl habe ich bei den Image-Kampagnen der verschiedenen Ministerien. Die verwenden meine Steuergelder, um teure Werbung zu schalten, die mich davon überzeugen soll, wie sinnvoll die Arbeit ist, für die ich sie zwangsweise bezahle? Hört sich krank an? Ist es auch!

Shichinin no samurai

Ich habe gerade Akira Kurosawas “Die sieben Samurai” gesehen. Leider war auf der DVD nur die deutsche Synchronisation, über die man lieber den Mantel des Schweigens legen sollte, aber es war gut genug, um zu erkennen, warum der Film zu den bedeutendsten der Kinogeschichte gezählt wird. In Kurz: Einige Bauern machen sich auf, Samurai zu suchen, die ihr Dorf gegen Banditen schützen sollen (A-Team anyone?). Selten haben sich 3,5 Stunden so sehr gelohnt wie in diesem Fall.
Meine Angewohnheit ist es, nach einem Film gleich mal in der IMDB nachzuschauen, was dort wissenswert zu dem Film geschrieben wurde. Zum Beispiel war Kurosawa der erste, der die Wischblende verwendet hat, für die dann George Lucas bei Star Wars berühmt geworden ist. Kurosawa war auch einer der ersten, der die Zeitlupe für Action-Sequenzen verwendet hat und anders als die meisten, die sie heute benutzen (The Fan), wusste er damit auch umzugehen.

Was mich aber massiv an den IMDB-Kommentaren stört, ist das ständige Lammentieren, dass es heute keiner mehr mit solchen Größen aufnehmen könne und alles Neue nur noch Schrott oder Kopie sei. Klar sind Regisseure wie Charly Chaplin, Fritz Lang, Alfred Hitchcock oder Stanley Kubrick grandiose Geschichtenerzähler, die die Grenzen ihres Faches ausgelotet und überschritten haben und ich bewundere sie für ihre Arbeit, aber warum muss man im gleichen Atemzug auch die aktuellen Regisseure abwerten? David Fincher hat mich mit Seven oder Fight Club ebenso mit offenem Mund zurückgelassen, wie Quentin Tarantino mit Pulp Fiction neue Maßstäbe im Story-Telling gesetzt hat. Ang Lees Crouching Tiger, Hidden Dragon bringt eine Eleganz auf die Leinwand, die vorher vielleicht nicht möglich war, zumindest aber nicht erreicht wurde und Jean-Pierre Jeunets Fabelhafte Welt der Amelie hat einen so frischen Stil, dass er eine ganze Generation prägen wird.

Es gibt also gar keinen Grund so schwarz zu malen, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass einige ihre Minderwertigkeitskomplexe verstecken möchten, indem sie andere abwerten. Dann finden sie es ganz toll Schwarz-Weiß-Filme zu sehen, die mehr als 50 jahre alt sind, geben sich geduldig jedem Stummfilm hin und meinen sich so von anderen absetzen zu müssen, die ja nur neumodischen Schund konsumieren und gar nicht in der Lage sind, zu erkennen, wie mies das doch alles ist.

/rant

Ohne Mail

Ich bin über das Wochenende mal wieder von der E-Mail-Kommunikation abgeschnitten, weil offensichtlich niemand am Wochenende im Rechenzentrum ist, um den Server neu zu starten. Inzwischen bereue ich den Account auf dem Uni-Server. Ich werd wohl mal schauen müssen, wo ich günstig ein ordentliches Angebot für POP3/IMAP Mail bekomme.

Korrektur: Ich hab ihnen Unrecht getan, der Mail-Server läuft wieder.