Monthly Archives: March 2008

Grüße aus Istanbul

Wenn ich in den nächsten Tagen nicht am selben Tag auf Mails antworte, liegt das daran, dass ich gerade zum kurzfristigen Urlaub in Istanbul bin. Nächsten Mittwoch bin ich wieder zurück.

Big Dog

Wow, ich bin ja schon recht technikaffin und weiß eigentlich meist mehr oder weniger gut Bescheid, wie weit die Technik gerade ist, aber selbst mich hat dieses Video echt umgehauen. Im Grunde ist das schon fast unheimlich.

Via 37signals

Terahertz-Scanner

Schonmal von Terahertz-Scannern gehört? Nicht? Kein Wunder, eigenartigerweise scheinen die Geräte keine besondere Relevanz für die Mainstream-Medien zu haben. Dabei könnte das Thema kaum brisanter sein und endlich verfügbare Science-Fiction ist doch sonst ein Knaller. Teraherz-Scanner nutzen die Eigenschaft von Licht, um Objekte sichtbar zu machen, die eigentlich durch andere Objekte verdeckt sind.

Man kann sich das so vorstellen: Hängt man ein Stück Stoff vor ein Fenster, das stark von der Sonne beschienen wird, ist das Zimmer nicht komplett dunkel, da der Stoff die Sonnenstrahlen nicht komplett reflektiert, sondern einen Teil absorbiert und für einen Teil durchlässig ist. Eine spiegelnde Oberfläche dagegen würde die Sonnenstrahlen fast komplett reflektieren und ein dickerer Stoff komplett absorbieren. Letzteres gilt aber nur für sichtbares Licht. Da Licht im Terahertzspektrum aber eine größere Wellenlänge hat, kann es tiefer eindringen als sichtbares Licht und dann eben sichtbar machen, was vorher nicht sichtbar war. Und genau hierin liegt die Brisanz.

Mit einem Teraherz-Scanner ist es ohne Probleme möglich, Menschen oder ganze Menschengruppen, z. B. an einem Bahnhof, nackt zu betrachten, ohne dass die Beobachteten sich dessen bewusst wären. Da die Strahlen im Gegensatz zu UV- oder Röntgenstrahlen auch nicht-ionisierend, also ungefährlich, sind, können sie bedenken- und grenzenlos eingesetzt werden – und das werden sie auch. Bereits an zahlreichen Flughäfen werden solche Geräte eingesetzt, ohne dass es einen Schrei der Entrüstung gäbe. Aber wie auch, wenn kaum jemand davon weiß?

Ab und an geraten die Geräte tatsächlich auch in den Fokus der Presse, dann geht es natürlich immer nur darum, pöhse Waffenträger und Drogenschmuggler zu entlarven. Interessanterweise fehlt denen dann meist das männliche Geschlechtsorgan, einfach wegretuschiert. Diese Eigenschaft alleine sollte ja schon aufschrecken, schließlich kann es kaum noch eine privatere Spähre geben als diese, aber es geht noch weiter: Mit Teraherz-Scannern kann man auch problemlos durch Wände sehen. Da braucht der Nachbar also gar nicht mehr auf youporn gehen, sondern richtet die Kamera einfach auf die Wand. Genau so gut, könnten man dann alle Gardinen abnehmen und Wände aus Glas bauen. Ob Schlafzimmer oder Bad, auf Türen könnte man ebenfalls verzichten. Schöne neue Welt.

Bei all diesen Möglichkeiten stellt sich doch zwingend die Frage, inwiefern die Politik regulierend eingreift. Einfache Antwort: gar nicht. Wir leben in interessanten Zeiten. Möge Heise uns noch eine Weile erhalten bleiben.

Wien

Morgen bin ich für einen Tag in Wien, eigentlich nicht privat, aber der ganze Nachmittag gehört mir. Gibt es hier vielleicht einen Wien-Kenner, der mir sagen kann, was ich auf keinen Fall verpassen sollte, auch wenn ich nur einen Tag Zeit habe?

IE8

Gerade hab ich die 1. Beta des neuen Internet Explorers ausprobiert und beim Installieren ist mir eine interessante Neuerung aufgefallen: Wenn man sich dafür entscheidet, die Einstellungen von einem anderen Browser zu übernehmen, bietet der IE auch an, die Erweiterungen aus dem Firefox mit zu übernehmen. Da hat es mir erst einmal die Sprache verschlagen. Wie um alles in der Welt könnte Microsoft das umgesetzt haben, dachte ich mir noch, als nach dem nächsten Klick schon die Ernüchterung folgte. Wie so oft hält auch hier die Werbung nicht, was sie verspricht. Statt einer unglaublichen und immens aufwendigen Technik, um Firefox-Erweiterungen im IE laufen zu lassen, fragt der IE einfach, ob er nach ähnlichen Erweiterungen auf dem IE-Marketplace suchen soll. Hmpf!

Heise RSS Feed

Ich hätte es selbst nicht von mir gedacht, aber ich bin doch ein Feed-Leser, inzwischen haben sich gut 30 Feeds in meinem Reader eingefunden und es ist auch wirklich bequemer alles an einem Ort zu haben, statt jede Website einzeln nach neuen Informationen abklappern zu müssen. Aus dem selben Grund verwende ich ja auch ein Mail-Programm, statt für jeden Account die Website des Mail-Anbieters zu checken.

Nur ein einziger Feed hat mich bisher immer wieder zur Weißglut getrieben: ausgerechnet der Feed vom Heise Newsticker. Der Heise-Feed ist im Grunde genommen recht nutzlos, denn er beinhaltet nur die Überschrift des Artikels, nicht mal der übliche Anreißer auf der Website findet sich im Feed. Weil aber so mancher Heise-Redakteur doch ab und an seiner kreativen Ader freien Lauf lässt, ist nicht immer zu erkennen, ob der Artikel interessant ist oder nicht. Wenn man aber jeden Artikel, der interessant sein könnte, extra im Browser öffnen muss, ist das in etwa so, als ob das Mailprogramm nur die Überschrift der Mail überträgt und man die Mail erst zu sehen bekommt, wenn man auf die Website des Mail-Providers geht.

Kurzum: Irgendwann war ich das ganze satt und hab meine PHP-Kenntnisse zusammengekratzt, um einen kleines Programm zu schreiben, das den Heise-Feed lädt, dann die darin verlinkten Artikel von der Website abholt, die Artikel säubert, wieder in den Feed einfügt und das ganze dann dem Feed-Reader präsentiert. Weil Heise aber einen recht umfangreichen Feed hat, habe ich die kompletten Artikel auf die 20 aktuellsten Einträge beschränkt. Immerhin ist das ganze auch so schon stressig genug für den Server. Bei 60 Artikeln, die man gleichzeitig von der Heise-Website abholen wollte, würde wohl auch Heise irgendwann ein Veto einlegen. Das einzige Problem bisher: Bilder, die Heise selbst einbindet, sind nur als Platzhalter zu sehen, aber all zu oft kommt es ja auch nicht vor, dass Heise Bilder verwendet.

Nun ja, ohne weiteren Umschweife, hier ist der Code, einfach auf den Server werfen und den Feed-Reader drauf richten. Er ist nicht gerade elegant, weil eben schnell in PHP zusammengezimmert, aber elegantes PHP wäre ja auch wieder ein Oxymoron. Der Code ist frei, aber ich würd’ mich sehr über Feedback freuen.


<?php
// Heise Real-Feed Version 0.1

$ARTIKELDETAIL=20;

function getArtikel($artikelUrl) {

if(!$artikelRoh=file_get_contents($artikelUrl)) {
echo "Fehler: Artikel konnte nicht geladen werden";
}

$text="/<div class=\"meldung_wrapper\">(.*?)<\/HEISETEXT>/si";
$reg="/\<\!\-\- cadv (.*) \-\-\>/si";

if (preg_match($text, $artikelRoh, $treffer1)) {
$treffer2=preg_replace($reg, "", $treffer1[0]);
$artikelFertig=strip_tags($treffer2, '<a> <p> <img>');
} else { echo "Fehler: Es konnte kein Artikeltext extrahiert werden "; }

return htmlspecialchars($artikelFertig);

}

$xml = new SimpleXMLElement(file_get_contents("http://www.heise.de/newsticker/heise-atom.xml"));

for ($i=0; $i <=$ARTIKELDETAIL ; $i++) {
$xml->entry[$i]->summary=getArtikel($xml->entry[$i]->id);
}
echo $xml->asXML();
?>

BR

Heute hatte ich ein Interview mit dem Bayrischen Rundfunk, ich hab wohl ziemlich viel Blödsinn geredet, aber große Mikrofone scheinen das irgendwie zu provozieren, auf dem Weg ins Studio hatte ich nämlich noch ganze andere Antworten im Kopf.

Im Grunde war das eine ganz interessante Konstruktion: Der Redakteur brauchte etwas besseres als Telefonqualität, weshalb das einfache Telefoninterview ausfiel, so sollte das ganze dann im WDR-Studio in Essen aufgezeichnet werden. Dort war ich dann tatsächlich im Aufnahmeraum, konnte den bayrischen Redakteur übers Telefon im Kopfhörer hören und meine Stimme wurde im Studio aufgezeichnet und dann nach München geschickt.

Wahnsinn, diese moderne Technik! ;)

PS: Gestern erst hab ich ein wunderbar passendes Zitat von Mark Twain gelesen:

Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, an dem du aufstehst, um eine Rede zu halten.